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cultură şi spiritualitate

Musikalisches Porträt eines Grenzgängers

Von Johanna Tirnthal

Walter Benjamin als gezeichnetes Porträt von Rainer Ehrt. (akg-images / Ehrt)
Flaneur mit Fluchterfahrung: Walter Benjamin, gezeichnet von Rainer Ehrt. (akg-images / Ehrt)

Vor 80 Jahren nahm sich Walter Benjamin auf der Flucht vor den Nazis das Leben. Das französische Duo „Catherine Vincent“ widmet dem deutschen Philosophen ein Konzeptalbum. Darauf begegnet Benjamin seinem syrischen Alter Ego.

„Ich finde, dass Hannah Arendt ihn am Anfang ihres Buches sehr gut beschreibt. Sie schreibt: Er hat über die Philosophie geschrieben, aber er ist kein Philosoph. Er hat Kunstkritik betrieben, aber er war kein Kunsthistoriker. Er hat Novellen geschrieben, aber er war nicht wirklich Schriftsteller oder Dichter“, erzählt Catherine Estrade.

Vincent Commaret ergänzt: „Er war ein großer Prosaautor, aber gleichzeitig hatte er dieses Projekt, ein Buch nur aus Zitaten zu schreiben.“

Eine glückliche und eine unglückliche Reise

Estrade und Commaret machen gemeinsam Musik und leben in Marseille. Ihre Altbauwohnung mit vielen kleinen Zimmern steht voll mit Instrumenten.

„Etwas, das uns bei Benjamin als Figur besonders berührt hat, ist die Tatsache, dass er in Marseille war“, erinnert sich Estrade. „Seinen Text ‚Haschisch in Marseille‘ mögen wir besonders. Es gab also erst diese glückliche und später diese unglückliche Reise, als er aus Europa fliehen wollte. Das hat eine Verbindung zu ihm geschaffen.“

Walter Benjamin verbrachte 1940 einige Wochen in Marseille und versuchte dort, alle notwendigen Papiere für die Ausreise nach Amerika zu besorgen. Weil er aber auf den Auslieferungslisten der Gestapo stand, konnte er die offizielle Erlaubnis, Frankreich zu verlassen, nicht bekommen.

Haschisch in Marseille

Im September 1940 entschloss er sich zur Flucht über die Pyrenäen. Zwölf Jahre früher hatte sich zugetragen, was Estrade seine „erste, glückliche Reise“ nach Marseille nennt. Das war anders. Die 1920er-Jahre. Ein junger, neugieriger Intellektueller, der in der fremden Stadt mit Drogen experimentiert. Benjamin schreibt:

„Um sieben Uhr abends nach langem Zögern Haschisch genommen. Ich war am Tage in Aix gewesen. Mit der unbedingten Gewissheit, in dieser Stadt von Hunderttausenden, wo niemand mich kennt, nicht gestört werden zu können, liege ich auf dem Bett. Und doch stört mich ein kleines Kind, das weint. Ich denke, es ist schon eine Dreiviertelstunde verstrichen. Aber nun sind es doch erst zwanzig Minuten ... So liege ich auf dem Bett; las und rauchte. Mir gegenüber immer dieser Blick in den ventre von Marseille. Die Straße, die ich so oft sah, ist wie ein Schnitt, den ein Messer gezogen hat.“

Ein syrischer Doppelgänger

Auf ihrem Album befassen „Catherine Vincent“ sich mit Benjamins Haschisch-Texten, aber nicht nur. Sie lassen den Philosophen auch mit einem heutigen Alter Ego zusammentreffen, das sie sich ausgedacht haben: dem syrischen Intellektuellen Jamel Ibntrewan.

„Wir sind sehr mit Syrien verbunden, weil wir vier Jahre dort gelebt haben, von 2000 bis 2004“, erklärt Commaret. „Ich habe also mit Walter Benjamins Namen gespielt. Der hat sehr viele Buchstaben. Ich mache gerne Anagramme. Ich hatte also die Idee, einen syrischen Namen zu kreieren: Jamel Ibntrewan. Später haben wir syrische Freunde gefragt – und das funktioniert tatsächlich.“

Jamel Ibntrewan also. Wie Benjamin ist Jamel ein Intellektueller, der seine Heimat verlassen musste und nun im Exil denkt, schreibt, sich in einer anderen Sprache zurechtfinden muss und durch eine fremde Stadt flaniert.

Ein Konzeptalbum, fast wie ein Hörspiel

Estrade und Commaret haben sich viel mit Benjamins Texten zu Berlin beschäftigt und zwei Monate in Deutschland verbracht. Entstanden ist ein Konzeptalbum, fast ein Hörspiel, das Benjamins Texte mit Musik und heutigen Fluchterfahrungen verbindet.

Jamel Ibntrewan ruft die heute oft vergessene, niedergeschlagene syrische Revolution ins Gedächtnis. So folgt das Album der benjaminschen Geschichtsphilosophie, die besagt, „dass nichts, was sich jemals ereignet hat, für die Geschichte verloren zu geben ist.“

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