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Der Tagbiographie: Johann Wolfgang von Goethe (II)

Naturwissenschaftliche Arbeiten

Ginkgo biloba; Goethe erstellte von diesem Gedicht – unter Hinzufügung zweier getrockneter Ginkgo-Blätter – 1815 eine gesonderte Reinschriftfassung. Zur Erstfassung siehe: Gingo Biloba
Farbenkreis zur Symbolisierung des menschlichen Geistes- und Seelenlebens, aquarellierte Federzeichnung von Johann Wolfgang von Goethe, 1809

Goethes Mittel der Naturerkenntnis war die Beobachtung; Hilfsmitteln, wie z.B. dem Mikroskop, stand er misstrauisch gegenüber: „Der Mensch an sich selbst, insofern er sich seiner gesunden Sinne bedient, ist der größte und genaueste physikalisch Apparat, den es geben kann, und das ist eben das größte Unheil der neueren Physik, daß man die Experimente gleichsam vom Menschen abgesondert hat und bloß in dem, was künstliche Instrumente zeigen, die Natur erkennen, ja, was sie leisten kann, dadurch beschränken und beweisen will.[29]“ Er war bestrebt, die Natur in ihrem Gesamtzusammenhang, der auch den Menschen einschloss, zu erkennen. Die Abstraktion, deren sich die Wissenschaft zu dieser Zeit zu bedienen begann, betrachtete Goethe, wegen der damit verbundenen Isolierung der Objekte vom Betrachter, mit Misstrauen. Goethes Verfahren ist mit der modernen exakten Naturwissenschaft jedoch nicht zu vereinbaren: „[…] er […] hat den Bereich des unmittelbar sinnlichen Eindrucks und der unmittelbar geistigen Anschauung nicht überschritten in Richtung auf eine abstrakte, mathematisch verifizierbare, unsinnliche Gesetzlichkeit.[30]“ stellte der Physiker Hermann von Helmholtz 1853 fest.

Goethes Beschäftigung mit der Naturwissenschaft fand vielfach Eingang in seine Dichtung, so in Teile des Faust und in die Gedichte Die Metamorphose der Pflanzen und Gingo biloba.

Die belebte Natur stellte Goethe sich als in ständigem Wandel begriffen vor. So versuchte er in der Botanik zunächst, die unterschiedlichen Pflanzenarten auf eine gemeinsame Grundform, die „Urpflanze“, zurückzuführen, aus der sich sämtliche Arten entwickelt haben sollten. Später richtete er seine Aufmerksamkeit auf die einzelne Pflanze und glaubte zu erkennen, dass die Teile der Blüte und die Frucht letztlich umgebildete Blätter darstellen. Die Ergebnisse seiner Beobachtungen veröffentlichte er in der Schrift Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären (1790).[31] In der Anatomie gelang Goethe 1784, gemeinsam mit dem Anatomieprofessor Justus Christian Loder, zu seiner großen Freude die (vermeintliche) Entdeckung des Zwischenkieferknochens beim menschlichen Embryo (ihm war entgangen, dass der Knochen in der Vergangenheit schon mehrmals beschrieben worden war).[13] Der Zwischenkieferknochen, bis dahin nur bei den Säugetieren bekannt, verwächst beim Menschen vor der Geburt mit den umgebenden Oberkieferknochen. Sein Nachweis beim Menschen galt damals als wichtiges Indiz für dessen – von vielen Wissenschaftlern bestrittene – Verwandtschaft mit den Tieren.

Seine Farbenlehre (erschienen 1810) hielt Goethe für sein naturwissenschaftliches Hauptwerk und verteidigte die darin vertretenen Thesen hartnäckig gegen zahlreiche Kritiker. Im Alter äußerte er, dass er den Wert dieses Werks höher einschätze als den seiner Dichtung. Mit der Farbenlehre stellte Goethe sich gegen diejenige Isaac Newtons, der nachgewiesen hatte, dass das weiße Licht sich aus Lichtern der unterschiedlichen Farben zusammensetzt. Goethe glaubte dagegen aus eigenen Beobachtungen schließen zu können, „daß das Licht eine unteilbare Einheit sei und die Farben aus dem Zusammenwirken von Hellem und Dunklem, Licht und Finsternis entstünden, und zwar durch die Vermittlung eines „trüben“ Mediums.[32]“ So erscheint beispielsweise die Sonne rötlich, wenn sich eine trübe Dunstschicht vor ihr ausbreitet und sie abdunkelt. Schon zu Goethes Zeiten erkannte man allerdings, dass diese Phänomene sich auch mit der Theorie Newtons erklären lassen. Wenn auch die Farbenlehre in ihrem Kern von der Fachwelt schon bald zurückgewiesen wurde, so übte sie doch auf die zeitgenössischen und nachfolgenden Maler, vor allem Philipp Otto Runge, großen Einfluss aus; zudem schuf Goethe damit die Grundlage der Farbpsychologie.

In der Geologie befasste Goethe sich vor allem mit dem Aufbau einer Mineralien-Sammlung, die bei seinem Tode auf 17.800 Steine angewachsen war. Über die Einzelerkenntnis der Gesteinsarten wollte er generelle Einsichten in die materielle Beschaffenheit der Erde und die Erdgeschichte erlangen. Die neuen Erkenntnisse der chemischen Forschung verfolgte er mit großem Interesse und begründete im Rahmen seiner Zuständigkeit für die Universität Jena den ersten Lehrstuhl für Chemie an einer deutschen Hochschule.

Nachkommen

Johann Wolfgang von Goethe und seine Frau Christiane hatten fünf Kinder. Außer August, dem ältesten, wurde eines tot geboren, die anderen starben nach Tagen oder Wochen. August hatte drei Kinder: Walther Wolfgang (* 9. April 1818; † 15. April 1885), Wolfgang Maximilian (* 18. September 1820; † 20. Januar 1883) und Alma Sedina (* 29. Oktober 1827; † 29. September 1844). August starb zwei Jahre vor seinem Vater in Rom. Seine Frau Ottilie von Goethe gebar nach seinem Tod ein weiteres (nicht von August stammendes) Kind namens Anna Sibylle, das nach einem Jahr starb. Ihre Kinder blieben unverheiratet, so dass die direkte Nachkommenslinie von Johann Wolfgang von Goethe 1885 ausstarb. Seine Schwester Cornelia hatte zwei Kinder (Nichten Goethes), deren Nachkommen (Linie Nicolovius) noch heute leben. Siehe Goethe (Familie).

Rezeption

Die Rezeption Goethes als eines Autors, „[…] der wie kaum ein anderer weltweit in alle Lebensbereiche hinein gewirkt und seine prägenden Spuren hinterlassen hat […][33]“, ist außerordentlich vielfältig und geht weit über die literarisch-künstlerische Bedeutung seines Werks hinaus. Sie kann deshalb nur punktuell beleuchtet werden.

Rezeption zu Lebzeiten [Bearbeiten]

Goethe erreichte den Höhepunkt seiner Popularität bereits als 25-Jähriger mit dem Werther. Das Werk fand Zugang zu allen Leserschichten und löste eine breite Auseinandersetzung aus, behandelte es doch „[…] zentrale religiöse, weltanschauliche und gesellschaftspolitische Probleme.[34]“ Die dadurch beim Publikum geweckten Erwartungen wurden durch die nachfolgenden Publikationen jedoch nicht eingelöst. Goethes spätere Werke – mit Ausnahme von Hermann und Dorothea sowie des ersten Teils des Faust – richteten sich an literarisch gebildete Kreise, wurden aber auch dort nicht durchweg verstanden und verkauften sich schleppend. Davon unabhängig begann Anfang des 19. Jahrhunderts eine „[…] immer größere Schichten und Kreise des Publikums erfassende Kanonisierung und Mythisierung Goethes. [Er wurde nun] in der allgemeinen Einschätzung der Deutschen die alles überragende, epochebestimmende Erscheinung in der Geschichte der neueren Dichtung […].[35]“ In Goethes späteren Jahren zog sein Haus einen Besucherstrom von literarisch Gebildeten aus ganz Europa an – ein Beleg für das Interesse, das der Dichter auch im Ausland fand.

Wandel des Goethebildes

Nach des Dichters Tod nahm seine Wertschätzung zunächst ab. Er stand nun im Schatten Schillers, dessen revolutionäre Tendenzen besser in die Zeit des Vormärz passten als die politisch konservative Haltung Goethes. Neben die „Goetheaner“ traten nationale (Ludwig Börne) und kirchliche Kritiker, die ihm mangelnden Patriotismus bzw. mangelnde Religiosität und Sittlichkeit zum Vorwurf machten.

Etwa seit den 1860er Jahren gehört Goethe zum Lektürekanon an deutschen Schulen.[36]

Johann Wolfgang von Goethe, Teilansicht des Goethe-Schiller-Denkmals in Weimar, errichtet 1856/57 von Ernst Rietschel[37]

Die Epoche relativer Goetheferne endete mit der Reichsgründung 1871. Der „Olympier“ Goethe wurde nun zum Genius des neuen Reiches erklärt. Beispielhaft dafür stehen die Goethe-Vorlesungen Herman Grimms von 1874/75: „Goethes Arbeit hat den Boden schaffen helfen, auf dem wir säen und ernten. Er gehört zu den vornehmsten Gründern der deutschen Freiheit.“[38] Eine Flut von Goethe-Ausgaben und Goethe-Sekundärliteratur erschien. Seit 1885 widmet sich die Goethe-Gesellschaft der Erforschung und Verbreitung des Goetheschen Werkes; zu ihren Mitgliedern gehörten die Spitzen der Gesellschaft im In- und Ausland, darunter das deutsche Kaiserpaar.

Charakteristisch für den Goethekult des Kaiserreiches war die Verlagerung des Interesses von Goethes Werk auf „das Kunstwerk seines wohlgeführten, bewegten und reichen, und doch durchaus in harmonischer Einheit zusammengehaltenen Lebens“,[39] hinter dem im Allgemeinbewusstsein die dichterische Produktion zu verschwinden drohte. So schrieb der Schriftsteller Wilhelm Raabe 1880: „Goethe ist der deutschen Nation gar nicht der Dichterei usw. wegen gegeben, sondern daß sie aus seinem Leben einen ganzen vollen Menschen vom Anfang bis zum Ende kennenlerne.“[40] Aus dem Studium von Goethes als beispielhaft empfundenem Leben erhoffte man sich Rat und Nutzen für die eigene Lebensführung. Es gab jedoch auch Stimmen, die die Inhaltsleere des Goethekults in Teilen der Bevölkerung herausstellten. Gottfried Keller bemerkte 1884: „Jedes Gespräch wird durch den geweihten Namen beherrscht, jede neue Publikation über Goethe beklatscht – er selbst aber nicht mehr gelesen, weshalb man auch die Werke nicht mehr kennt, die Kenntnis nicht mehr fortbildet.“[41] Und Friedrich Nietzsche schrieb 1878: „[…] Goethe ist in der Geschichte der Deutschen ein Zwischenfall ohne Folgen: wer wäre imstande, in der deutschen Politik der letzten siebenzig Jahre zum Beispiel ein Stück Goethe aufzuzeigen!“[42]

Die Weimarer Republik beschwor Goethe ausdrücklich als geistige Grundlage des neuen Staates. 1919 verkündete der spätere Reichspräsident Friedrich Ebert, jetzt gelte es, die Wandlung zu vollziehen „vom Imperialismus zum Idealismus, von der Weltmacht zur geistigen Größe.[…] Wir müssen die großen Gesellschaftsprobleme in dem Geiste behandeln, in dem Goethe sie im zweiten Teil des Faust und in Wilhelm Meisters Wanderjahren erfaßt hat.“[43] Praktische Wirkung hatte dieses Bekenntnis jedoch nicht. Von der politischen Linken wurde Goethe in der Weimarer Zeit kritisiert: „War er am Ende wirklich, wie die ihn nicht gelesen habenden, naiven Marxisten meinen, eben nur ein Heros des Bürgertums, der Mitschöpfer einer subalternen, kurzfristigen, heute längst schon wieder abgeblühten Ideologie?“,[44] fragte Hermann Hesse 1932.

Der Nationalsozialismus äußerte sich wenig zu Goethe. Dessen Humanismus, sein Kosmopolitismus und sein „Bildungsideal des auf sich selbst gestellten, sich selbst vollendenden Menschen “[45] sperrte sich der Vereinnahmung durch die faschistische Ideologie. Alfred Rosenberg erklärte 1930 in seinem Buch Der Mythus des 20. Jahrhunderts, dass Goethe für die kommenden Zeiten erbitterter Kämpfe nicht brauchbar sei, „weil ihm die Gewalt einer typenbildenden Idee verhaßt war und er sowohl im Leben wie im Dichten keine Diktatur eines Gedankens anerkennen wollte […].“[46]

In den beiden deutschen Staaten nach 1945 erfuhr Goethe eine Renaissance. Er erschien nun als Repräsentant eines besseren, humanistischen Deutschland, der über die zurückliegenden Jahre der Barbarei hinwegzutragen schien. Jedoch stand die Goethe-Aneignung in Ost und West unter unterschiedlichen Vorzeichen. In der DDR etablierte sich, inspiriert vor allem durch Georg Lukács, eine marxistisch-leninistische Interpretation. Der Dichter wurde nun zum Verbündeten der französischen Revolution und Wegbereiter der Revolution von 1848/49 erklärt, sein Faust zur „Produktivkraft für die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft“.[47] Dagegen knüpfte man in der Bundesrepublik an das traditionelle Goethebild an. Ab dem Ende der 1960er Jahre wurde hier im Zuge der „Klassikschelte“ auch Goethe als nicht mehr zeitgemäß in Frage gestellt.

Goethes intensive und fortwährende Auseinandersetzung mit dem Islam und dessen „Heiliger Schrift“, dem Koran, hat schon zu lebhaften Kontroversen geführt. Der Goethe-Forscherin Katharina Mommsen zufolge ging Goethes religiöse Affinität zum Koran sowie seine persönliche Sympathie für den Propheten Mohammed weit über das Toleranzbestreben der Aufklärungsbewegung hinaus.[48][49][50] Einer bestimmten Religionsgemeinschaft hat Goethe sich indes offenbar nie völlig anschließen können.

Einfluss auf Literatur und Musik

Goethes Einfluss auf die deutschen Dichter und Schriftsteller, die nach ihm kamen, ist allgegenwärtig,[51] sodass hier nur einige Autoren genannt werden können, die sich mit ihm und seinem Werk in besonderem Maße auseinandersetzten.

Die Dichter und Schriftsteller der Romantik knüpften an den Gefühlsüberschwang des Sturm und Drang an. Franz Grillparzer bezeichnete Goethe verschiedentlich als sein Vorbild und teilte mit diesem neben bestimmten stilistischen Gepflogenheiten die Abneigung gegen politischen Radikalismus jeglicher Art. Friedrich Nietzsche verehrte Goethe sein Leben lang und fühlte sich besonders in seiner skeptischen Haltung zu Deutschland und zum Christentum als dessen Nachfolger. „Goethe kann als Grundlage der Bildung eine ganze Kultur ersetzen,[42]“ und „Von Goethes Sprüchen in Prosa geht heute vielleicht mehr Lehrkraft aus als von sämtlichen deutschen Universitäten,[52]“ schrieb Hugo von Hofmannsthal 1922. Er verfasste zahlreiche Aufsätze zu Goethes Werk. Thomas Mann empfand für Goethe tiefe Sympathie. Er fühlte sich ihm wesensverwandt nicht nur in seiner Rolle als Dichter, sondern auch in einer ganzen Reihe von Charakterzügen und Gewohnheiten. Thomas Mann verfasste zahlreiche Essays und Aufsätze zu Goethe und hielt die zentralen Reden zu den Goethe-Jubiläumsfeiern 1932 und 1949. In seinem Roman Lotte in Weimar lässt er den Dichter lebendig werden, mit dem Roman Doktor Faustus griff er den Fauststoff erneut auf. „Unter allen deutschen Dichtern ist Goethe derjenige, dem ich am meisten verdanke, der mich am meisten beschäftigt, bedrängt, ermuntert, zu Nachfolge oder Widerspruch gezwungen hat,[53]“ schrieb Hermann Hesse, der sich immer wieder mit Goethe auseinandersetzte; so wandte er sich in einer Szene seines Steppenwolfs gegen eine Verfälschung des Goethebildes. Ulrich Plenzdorf übertrug in seinem Roman Die neuen Leiden des jungen W. das Werther-Geschehen in die DDR der 1970er Jahre.

Dem Theologen, Philosophen und Arzt Albert Schweitzer schließlich wurde Goethe „zum Vorbild eines Menschen, der Sorge um andere nicht auf sich beruhen, sondern durch Hilfeleistung fruchtbar werden ließ […].[54]“ Für Schweitzer war Goethe Mentor und Tröster in schwierigen Zeiten.

Zahlreiche Gedichte Goethes wurden – vor allem von Komponisten des 19. Jahrhunderts – vertont, wodurch der Dichter die Entwicklung des Kunstliedes förderte. Der produktivste unter den musikalischen Goethe-Interpreten war Franz Schubert mit rund 80 Goethe-Vertonungen, darunter die populär gewordenen Heidenröslein, Gretchen am Spinnrade und der Erlkönig. Felix Mendelssohn Bartholdy, mit Goethe persönlich bekannt, vertonte die Ballade Die erste Walpurgisnacht. Auch Robert Schumann hinterließ Goethe-Vertonungen, ebenso Hugo Wolf; dieser widmete sich unter anderem Gedichten aus dem Wilhelm Meister und dem West-östlichen Divan.

Rezeption als Naturwissenschaftler

Goethes naturwissenschaftliche Arbeit wurde von den zeitgenössischen Fachkollegen anerkannt und ernstgenommen; er stand in Kontakt mit angesehenen Forschern wie dem Naturforscher Alexander von Humboldt, dem Arzt Christoph Wilhelm Hufeland und dem Chemiker Johann Wolfgang Döbereiner.[55] In der Fachliteratur wurden seine Schriften, allen voran die Farbenlehre, von Beginn an kontrovers diskutiert; mit der Fortentwicklung der Naturwissenschaften wurden Goethes Theorien in weiten Teilen als überholt betrachtet. Eine vorübergehende Renaissance erfuhr er ab 1859, dem Erscheinungsjahr von Charles Darwins Werk Die Entstehung der Arten. Goethes Annahme eines ständigen Wandels der belebten Welt und der Zurückführbarkeit der organischen Formen auf eine gemeinsame Urform führte nun dazu, dass er als ein Vordenker der Evolutionstheorie galt.[56]

1883–1897 gab Rudolf Steiner Goethes naturwissenschaftliche Schriften heraus. Er erkannte in dem ganzheitlichen Erkenntnisverfahren Goethes eine Alternative zur zeitgenössischen materialistisch-mechanischen Naturauffassung, Gedanken, die er als Goetheanismus in die später von ihm begründete Anthroposophie einfließen ließ. Seither gewann Goethes ganzheitliche, den Menschen einschließende Methode der Naturerkenntnis – obwohl deren Ergebnisse im engeren Sinne dem Stand der Wissenschaft nicht mehr entsprachen – immer dann an Aktualität, wenn im öffentlichen Diskurs nach Alternativen zu dem mechanistischen Weltbild der modernen Naturwissenschaft und ihrer auf Entseelung gerichteten Technisierung gesucht wurde. So zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain und wiederum seit den 1980er-Jahren im Rahmen der New-Age-Bewegung.

Goethe als Namensstifter

Werke (Auswahl)

Es war eine der besonderen Eigenarten Goethes, begonnene Dichtungen oft Jahre, manchmal Jahrzehnte lang liegen zu lassen, bereits gedruckte Werke erheblichen Umarbeitungen zu unterwerfen und manches Fertiggestellte erst nach langer Zeit in den Druck zu geben. Eine Datierung der Werke nach Entstehungszeit ist deshalb manchmal sehr schwierig. Die Liste orientiert sich am (vermuteten) Zeitpunkt der Entstehung.

Johann Wolfgang von Goethe im 62. Lebensjahr (nach dem Gemälde von Luise Seidler, Weimar 1811)
Dramen
Romane und Novellen
Einladungskarte Johann Wolfgang von Goethes an den mecklenburgischen Staatsminister Leopold von Plessen zu einer Lesung von Hermann und Dorothea in der Cotta’schen Buchhandlung, 1814

Versepen

Gedichte
Gedichtzyklen und Epigramm-Sammlungen
Übertragungen
Einzelnheiten, Maximen und Reflexionen: Titelblatt der ersten Zusammenstellung
Aufzeichnungen und Aphorismen
  • Einzelheiten, Maximen und Reflexionen, 1833 (posthum veröffentlicht)
Ästhetische Schriften
Naturwissenschaftliche Schriften
  • Die Schriften zur Naturwissenschaft. (Im Auftrage der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina begründet von K. Lothar Wolf und Wilhelm Troll.) Vollständige, mit Erläuterungen versehene Ausgabe von Dorothea Kuhn, Wolf von Engelhardt u. Irmgard Müller. Weimar 1947ff., ISBN: 3-7400-0024-4. URL
  • Über den Granit 1784
  • Über den Zwischenkiefer der Menschen und der Tiere, 1786
  • Beiträge zur Optik (Abhandlungen, 2 Bde.), 1791/92
  • Zur Farbenlehre (wiss. Abhandlung), 1810
Autobiographische Prosa

Literatur [Bearbeiten]

Werkausgaben [Bearbeiten]

  • Sämtliche Werke. Briefe, Tagebücher und Gespräche, Frankfurter Ausgabe in 40 Bänden, einschließlich der amtlichen Schriften und der Zeichnungen, mit Kommentar und Registern (die vollständigste aktuelle Gesamtausgabe der Werke Goethes), Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt/Main 1985 ff., ISBN 3-618-60213-8.
  • Sämtliche Werke, Münchner Ausgabe in 20 Bänden, herausgegeben von Karl Richter neueste Auflage 1986 im Carl Hanser Verlag erschienen, München, ISBN 3-446-13285-6.
  • Goethes Werke, Hamburger Ausgabe in 14 Bänden, mit Kommentar und Registern, herausgegeben von Erich Trunz, C. H. Beck, München 1982–2008, ISBN 978-3-406-08495-9.
  • Goethes Werke, Weimarer Ausgabe (oder Sophienausgabe) in 143 Bänden. Hrsg. von Paul Raabe. Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 3-423-05911-7

Sekundärliteratur (Auswahl) [Bearbeiten]

Übersichten/Bibliographien
Lexika und Nachschlagewerke
  • Effi Biedrzynski: Goethes Weimar – Das Lexikon der Personen und Schauplätze. Artemis&Winkler, Zürich 1992, ISBN 3-7608-1064-0.
  • Richard Dobel: Lexikon der Goethe-Zitate, Deutscher Taschenbuch Vlg., München 1995, ISBN 3-423-03361-4.
  • Martin Müller: Goethes merkwürdige Wörter. 2. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, ISBN 978-3-534-19078-2.
  • Rose Unterberger: Die Goethe-Chronik. Insel, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-458-17100-2.
  • Gero von Wilpert: Goethe-Lexikon. Kröner, Stuttgart 1998, ISBN 3-520-40701-9.
  • Bernd Witte/Theo Buck/Hans-Dietrich Dahnke/Regine Otto/Peter Schmidt (Hrsg.): Goethe-Handbuch, Sonderausgabe 6 Bände incl. Registerband, gesamt 3696 Seiten, Vlg. J. B. Metzler, Stuttgart 2004, Sammel-ISBN 978-3-476-02022-2
  • Wolfgang Kohlhammer: Goethe Wörterbuch. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Akademie der Wissenschaften in Göttingen und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart.
Einführungen
Briefsammlungen
  • Hans Gerhard Gräf (Hrsg.): Goethes Ehe in Briefen. Insel, Frankfurt a. M. 1998, ISBN 3-458-33325-8.
  • Karl Robert Mandelkow, Bodo Morawe (Hrsg.): Goethe, Johann Wolfgang von: Briefe und Briefe an Goethe. 6 Bände, Beck, München 1988, ISBN 978-3-406-33048-3.
Gespräche
  • Schönberger, Otto (Hrsg.): Johann Peter Eckermann: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens. Reclam, Ditzingen 1994, ISBN 978-3-15-002002-9.
Leben und Werk
Leben und Werk im Bild
  • Jörn Göres (Hrsg.): Goethes Leben in Bilddokumenten, Bechtermünz Vlg., Augsburg 1999, ISBN 3-8289-0236-7
  • Christoph Michel (Hrsg.): Goethe – Sein Leben in Bildern und Texten. 2. Auflage. Insel, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-458-04768-9.
Lebensabschnitte
Naturkunde und Wissenschaft
  • Aeka Ishihara: Goethes Buch der Natur. Königshausen&Neumann, Würzburg 2005, ISBN 3-8260-2994-1
  • Otto Krätz: Goethe und die Naturwissenschaften. Callwey, München 1992
  • Elmar Mittler, Elke Purpus, Georg Schwedt: »Der gute Kopf leuchtet überall hervor«. Goethe, Göttingen und die Wissenschaft. Wallstein Verlag, Göttingen, 1999, ISBN 3-89244-367-X
  • Maren Partenheimer: Goethes Tragweite in der Naturwissenschaft. Duncker&Humblot, Berlin 1989
  • Georg Schwedt: Goethe als Chemiker. Springer, Berlin 1998, ISBN 3-540-64354-0
  • Wolfram Voigt, Ulrich Sucker: Johann Wolfgang von Goethe. Teubner, Leipzig 1987.(Biographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner, Bd. 38).
Politik
  • Hans Tümmler: Goethe als Staatsmann, Verlag Musterschmidt, Göttingen 1976, o.ISBN
  • Ekkehart Krippendorff: Wie die Großen mit den Menschen spielen - Versuch über Goethes Politik, Suhrkamp Verlag Frankfurt a. Main 1988, ISBN 3-518-11486-7
  • Wolfgang Rothe: Der politische Goethe, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, ISBN 3-525-01220-9
  • W. Daniel Wilson: Das Goethe-Tabu – Protest und Menschenrechte im klassischen Weimar, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1999, ISBN 3-423-30710-2.
Psychologische Aspekte
  • Kurt R. Eissler: Goethe – Eine psychoanalytische Studie • 1775–1786, Bd.1 (Seiten 1-790), Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1987, ISBN 3-423-04457-8
  • ders.: Goethe – Eine psychoanalytische Studie • 1775–1786, Bd.2 (Seiten 791–1802), Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1987, ISBN 3-423-04457-8
  • Rainer J. Kaus: Der Fall Goethe – ein deutscher Fall • Eine psychoanalytische Studie, Universitätsverlag C. Winter, Heidelberg 1994, ISBN 3-8253-0241-5
  • Josef Rattner: Goethe, Leben, Werk und Wirkung in tiefenpsychologischer Sicht. Königshausen & Neumann, Würzburg 1999, ISBN 3-8260-1660-2.
Weitere Basisliteratur
  • Peter Meuer (Hrsg.): Abschied und Übergang – Goethes Gedanken über Tod und Unsterblichkeit, Verlag Artemis & Winkler, Zürich 1993, ISBN 3-7608-1081-0
  • Katharina Mommsen: Goethe und die arabische Welt. Insel Verlag, Frankfurt/Main 1988.
  • Katharina Mommsen: Goethe und der Islam. Insel Verlag, Frankfurt/Main & Leipzig 2001, ISBN 3-458-34350-4.
  • Hans-Joachim Simm (Hrsg.): Goethe und die Religion, Insel Vlg., Frankfurt am Main/Leipzig 2000, ISBN 3-458-33900-0
  • Renate Wieland: Schein Kritik Utopie. Zu Goethe und Hegel. Edition text + kritik, München 1992, ISBN 3-88377-419-7.
  • Emil Schaeffer/Jörn Göres: Goethe – seine äußere Erscheinung. Insel Verlag, Frankfurt/Main 1980. ISBN 3-458-33975-2

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